Neue Wasserstrahlschneidanlage sichert die Qualität hochfester Güten
15.09.2026 | Ilsenburger Grobblech GmbH
- Inbetriebnahme der Wasserstrahlschneidanlage
- Zuschnitt hochfester Spezialstähle
- Präzise Bearbeitung ohne Wärmeeintrag
Die Ilsenburger Grobblech GmbH setzt beim Zuschnitt hochfester Spezialstähle auf eine neue Wasserstrahlschneidanlage. Die Technologie ermöglicht eine präzise Bearbeitung ohne Wärmeeintrag, verkürzt Prozessschritte und reduziert den CO₂-Ausstoß. Nach erfolgreicher Testphase ist die Anlage jetzt in die reguläre Produktion übergegangen.

Je leistungsfähiger ein Stahl, desto höher die Anforderungen an seine Verarbeitung. Insbesondere hochfeste und verschleißfeste Güten reagieren empfindlich auf die Hitze, die bei konventionellen Schneidverfahren wie dem Brenn- oder Plasmaschneiden entsteht. Zwar ermöglichen diese Verfahren einen schnellen Zuschnitt, gleichzeitig können sie jedoch die Werkstoffeigenschaften an den Schnittkanten verändern.
Mit der Inbetriebnahme einer neuen Wasserstrahlschneidanlage steht nun ein Verfahren zur Verfügung, das hochqualitative Grobbleche ohne thermische Belastung trennt und damit ihre Eigenschaften bis zur letzten Kante erhält. Eine gezielte Investition, die unsere Fertigungsmöglichkeiten erweitert und die Wettbewerbsfähigkeit am Grobblechmarkt stärkt.
Während beim Brennschneiden Temperaturen von mehreren hundert Grad entstehen, arbeitet das Wasserstrahlschneiden rein mechanisch. Ein auf die dreifache Schallgeschwindigkeit beschleunigter Wasserstrahl, versetzt mit feinem Granatsand, durchtrennt den Stahl ohne Wärmeeintrag. Gerade bei hoch- und verschleißfesten Stählen bietet dieses Verfahren entscheidende Vorteile. Veränderungen im Gefüge an den Schnittkanten sowie die Gefahr von Rissbildungen werden vermieden. Gleichzeitig entfällt das bisher häufig notwendige Vorwärmen besonders anspruchsvoller Güten vor dem Schneidprozess.

„Wir verarbeiten teilweise über 30 Quadratmeter große Bleche, die an jeder Stelle exakt die gleichen Eigenschaften aufweisen müssen. Diese Qualität darf durch den Zuschnitt nicht beeinträchtigt werden“, sagt Dr. Robert Kühn, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ilsenburger Grobblech GmbH.
Die von der H.G. Ridder Automatisierungs-GmbH gelieferte Anlage zählt zu den größten Wasserstrahlschneidanlagen Europas. Der Schneidtisch ist 18 Meter lang und ermöglicht Schneidbreiten von bis zu 5,7 Metern. Zwei Hochdruckpumpen erzeugen einen Druck von bis zu 3.800 bar. Die parallele Bearbeitung von Blechen und schafft zusätzliche Flexibilität im Produktionsablauf. Trotz der im Vergleich zu thermischen Verfahren geringeren Schnittgeschwindigkeit können durch den Wegfall von Vorwärmprozessen und zusätzlichen Transporten deutliche Vorteile im Gesamtprozess erzielt werden.
Mit der neuen Anlage stärkt Ilsenburg insbesondere seine Position im Markt für hochwertige Spezialstähle. Kunden aus Bereichen wie Bergbau, Baumaschinenbau, Energieerzeugung oder Sicherheitsanwendungen profitieren künftig von kürzeren Durchlaufzeiten und einer gleichbleibend hohen Produktqualität.
Neben den technologischen Vorteilen unterstützt die Investition auch die Nachhaltigkeitsziele. Da weder Vorwärmen noch thermische Schneidverfahren erforderlich sind, sinkt der Erdgasverbrauch deutlich. Die Hochdruckpumpen der Anlage werden elektrisch betrieben. Der dafür benötigte Strom stammt zunehmend aus erneuerbaren Energiequellen. Auch die eingesetzten Ressourcen werden möglichst effizient genutzt. Das Wasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf und muss lediglich in geringem Umfang ergänzt werden. Der beim Schneiden verwendete Granatsand wird gesammelt, an den Lieferanten zurückgeführt und anschließend aufbereitet.
Für Dr. Kühn steht die strategische Bedeutung der Investition daher außer Frage: „Die Wasserstrahlschneidanlage verbindet höchste Produktqualität mit mehr Nachhaltigkeit und stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit in einem anspruchsvollen Marktumfeld.“ Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme erweitert die Ilsenburger Grobblech GmbH ihre Fertigungskette um einen weiteren Baustein für die Produktion hochwertiger Spezialstähle und setzt zugleich ein Zeichen für eine ressourcenschonendere Stahlverarbeitung.





