Grobbleche der Ilsenburger Grobblech GmbH für die Erschließung des größten Gasfeldes der Welt

In warmen Meeren versanken vor Millionen Jahren langsam abgestorbene Kleinstlebewesen, die sich am Meeresboden zersetzten und in energiereiche organische Stoffe umwandelten. Die so entstandenen Erdöle und –gase bilden heute die Grundlage für unser modernes Leben, wenngleich bereits die Priester der Parsen, die vor rund 5.000 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Irans lebten, ausströmendes Gas für die ewigen Feuer ihrer Tempel nutzten.

Das derzeit größte bekannte Gasfeld, das sogenannte South Pars Field, liegt im Persischen Golf. Dort werden 100 Milliarden Kubikmeter Gas vermutet.
In der Regel wird Öl oder Gas über große Entfernungen in Pipelines transportiert. Je nach chemischer Zusammensetzung werden an den Stahl, aus dem die Rohrleitungen hergestellt werden, sehr hohe Anforderungen gestellt, die weltweit nur wenige Hersteller erfüllen können. Das Gas aus dem South Pars Field enthält hohe Anteile an Schwefelwasserstoffen. Insbesondere der Wasserstoff aus dieser chemischen Verbindung kann den Stahl nachhaltig schädigen. Der Wasserstoff gelangt in atomarer Form in den Stahl und sammelt sich an bestimmten Stellen. Durch Rekombination des atomaren Wasserstoffs entsteht molekularer Wasserstoff, der ein erheblich größeres Volumen beansprucht und schließlich zum Zerreißen des Gefüges führt.

Vermieden werden kann diese Schädigung durch den Einsatz besonderer sauergasbeständiger Stähle, die sich neben einem sehr hohen Reinheitsgrad, durch niedrige Schwefelgehalte und ein sehr gleichmäßiges nahezu seigerungsfreies Gefüge auszeichnen.

Für eine Ausbauphase des South Pars Fields sollen zwei Plattformen 100 km vor der iranischen Küste Gas fördern. Die Salzgitter AG / Ilsenburger Grobblech GmbH lieferte für dieses Projekt rund 75.000 t Grobbleche, aus denen längsnahtgeschweißte Rohre für zwei Leitungen hergestellt wurden. Diese verbinden eine Gassammelstation im Persischen Golf mit einer Raffinerie an der iranischen Küste.

Die Leitungen wurden in einer Tiefe von bis zu 70 m verlegt. Die Anforderungen, die dabei an den Stahl gestellt wurden, gehen über das Übliche hinaus. So wurden zum Beispiel die Beurteilungskriterien des Sauergastests verschärft und darüber hinaus nicht nur das Endprodukt, sondern jeder Produktionsschritt akribisch und mit notarieller Gewissenhaftigkeit von externen Abnehmern kontrolliert. Die Qualität des Materials und die logistische Abwicklung des gesamten Auftrags stellt einmal mehr die Leistungsfähigkeit sowohl unserer Metallurgie als auch unserer Grobblecherzeugung unter Beweis.